Plötzlich gelähmte Hände in Pfötchenstellung

Wenn man in einer Panickattacke hyperventiliert

An einem Samstag Anfang Juni erhielt unser Arzt in Bäch über die Notfallzentrale den Anruf eines in Not geratenen Mannes. Er sitze im Auto und seine Hände seien plötzlich gelähmt. Die Lösung seines Problems war eine einfache Plastiktüte.

Hyperventilation – wenn die CO2-Konzentration im Blut sinkt

Davide Gremmo ist ein junger, sportlicher, völlig gesunder Mann, der sich gerade auf einen Marathon vorbereitet. Als er nach einem Training mit dem Auto unterwegs war, spürte er plötzlich eine Lähmung in beiden Händen und musste das Fahrzeug an den Strassenrand lenken und anhalten.

Wer hyperventiliert, kann eine kurzfristige Lähmung in den Händen erleben.
Patient Davide Gremmo

Er schaffte es, sein Handy hervorzukramen und die Sanität zu alarmieren. Diese verband ihn mit unserem Arzt in Bäch, Ali Sigaroudi. Er befragte ihn zu seinem Zustand, wobei Herr Gremmo erwähnte, dass seine Hände sich pfötchenartig verkrampft hätten. Bei der Pfötchenstellung knicken sich die Hände nach innen und sehen wie Hundepfötchen aus. Aufgrund dessen vermutete Ali Sigaroudi bereits eine Hyperventilation.

Da keine anderen Symptome auftraten und die Lähmung allmählich abklang, bestellte der Arzt ihn in die Praxis.

Nach einer ausführlichen Untersuchung konnte er Entwarnung geben und seine Verdachtsdiagnose bestätigen. Herr Gremmo hatte hyperventiliert, wodurch der CO2-Gehalt im Blut sink und die Lähmung der Hände ausgelöst wird.

In die Tüte atmen

Wenn man zu aufgeregt ist und es nicht schafft, die Atmung in Häufigkeit und Tiefe zu normalisieren, reicht es, eine Tüte über Nase und Mund zu halten und ruhig darin ein- und auszuatmen. Damit gelingt es, die Kohlendioxid-Konzentration im Blut wieder zu erhöhen.

Herr Gremmo war sehr froh über die einfache Lösung ohne Medikamente und ohne Spitalaufenthalt oder weitere Arztbesuche. Hatte ihm doch die plötzliche Lähmung einen ziemlichen Schrecken eingejagt.

Auslöser für die Hyperventilation

In den meisten Fällen ist die psychische Verfassung Auslöser für die Hyperventilation: Panikattacken können die Ursache sein. Wenn jemand sich besonders stark aufregt oder sehr wütend wird, atmet er unter Umständen so tief und schnell ein uns aus, dass er hyperventiliert.

Seltener kommen auch körperliche Ursachen in Frage. Darum und vor allem wenn das „in die Tüte atmen“ nicht hilft, sollte man sich von einem Arzt untersuchen lassen. Auch wer des Öfteren hyperventiliert, tut gut an einem Arztbesuch.