{"id":3702,"date":"2025-12-24T13:21:37","date_gmt":"2025-12-24T13:21:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/?p=3702"},"modified":"2025-12-30T16:14:24","modified_gmt":"2025-12-30T16:14:24","slug":"medizinische-mythen-was-stimmt-wirklich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/medizinische-mythen-was-stimmt-wirklich\/","title":{"rendered":"Medizinische Mythen: Was stimmt wirklich?"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Blog_Gesundheitsmythen_2025_2-1024x682.jpg\" alt=\"Gesundheitsmythen\" class=\"wp-image-3711\" srcset=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Blog_Gesundheitsmythen_2025_2-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Blog_Gesundheitsmythen_2025_2-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Blog_Gesundheitsmythen_2025_2-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Blog_Gesundheitsmythen_2025_2-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Blog_Gesundheitsmythen_2025_2-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Blog_Gesundheitsmythen_2025_2-720x480.jpg 720w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Gut gemeinte Ratschl\u00e4ge geh\u00f6ren zum Alltag. Viele davon klingen logisch, manche wirken sogar \u00fcberzeugend. Medizinisch stimmt es aber oft erst dann, wenn man den Kontext kennt. Gesundheitsmythen f\u00fchren entweder zu unn\u00f6tiger Sorge oder zu unn\u00f6tigen Behandlungen. In diesem Blog ordnen wir einige Klassiker verst\u00e4ndlich und fundiert ein.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Mythos: \u00abBei gelbem oder gr\u00fcnem Schleim braucht es ein Antibiotikum\u00bb<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Mythos ist weit verbreitet und dazu passt auch die Annahme, <a href=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/antibiotika\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"\">Antibiotika<\/a> w\u00fcrden bei Erk\u00e4ltungen grunds\u00e4tzlich helfen. Beides ist in den meisten F\u00e4llen nicht richtig. Denn, Antibiotika wirken gegen Bakterien. Erk\u00e4ltungen und viele akute Atemwegsinfekte werden jedoch durch Viren ausgel\u00f6st. In solchen Situationen bringt ein Antibiotikum keinen Nutzen. Eine unn\u00f6tige Einnahme kann sogar problematisch sein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warum Antibiotika ohne \u00e4rztliche Beurteilung keine gute Idee sind<\/strong><br>Die Einnahme von Antibiotikum kann zu Magen-Darm-Beschwerden wie \u00dcbelkeit, Bauchschmerzen oder Durchfall f\u00fchren oder manchmal auch Hautreaktionen hervorrufen. Weiter f\u00f6rdert ein unn\u00f6tiger Einsatz Resistenzen. Dabei werden nicht Menschen resistent, sondern Bakterien. Vereinfacht gesagt \u00fcberleben einzelne, widerstandsf\u00e4hige Bakterien eine Antibiotika-Behandlung, vermehren sich und k\u00f6nnen sp\u00e4ter Infektionen verursachen, die schwieriger zu behandeln sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Schleimfarbe allein ist nicht entscheidend<\/strong>!<br>Die Farbe ist kein verl\u00e4ssliches Zeichen daf\u00fcr, ob Bakterien im Spiel sind. Auch bei viralen Infekten kann Sekret gelblich oder gr\u00fcnlich werden, weil die Immunabwehr aktiv ist. Entscheidend sind Verlauf und Untersuchung. Ein Antibiotikum ist dann sinnvoll, wenn bei der \u00e4rztlichen Abkl\u00e4rung Hinweise auf eine bakterielle Infektion oder eine bakterielle Komplikation bestehen \u2013 nicht wegen der Schleimfarbe. Antibiotika sollten nie in Selbstmedikation eingenommen werden, zum Beispiel wenn zu Hause noch Reste vorhanden sind. Die Wahl des richtigen Antibiotikums, die Dosierung und die Dauer m\u00fcssen zur Situation passen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Mythos: \u00abFieber bei Kindern ist immer gef\u00e4hrlich und muss sofort runter\u00bb<\/h2>\n\n\n\n<p>Fieber geh\u00f6rt zu den Themen, die Eltern besonders verunsichern. Viele verbinden es automatisch mit Gefahr. Medizinisch ist Fieber jedoch zun\u00e4chst ein Signal: Der K\u00f6rper reagiert auf einen Infekt. Fieber ist dabei oft Teil der Abwehr und kann dem Immunsystem helfen. Entscheidend ist weniger die Zahl auf dem Thermometer als der Allgemeinzustand des Kindes und ob das Kind trotz Fieber trinkt, reagiert und insgesamt noch gut mitmacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Genau darum kann ein Kind mit hohem <a href=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/fachgebiete\/kindermedizin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"\">Fieber<\/a>, das zwischendurch spielt und gut trinkt, weniger bedenklich sein als ein Kind mit m\u00e4ssigem Fieber, das ungew\u00f6hnlich schl\u00e4frig wirkt, kaum reagiert oder deutlich schw\u00e4cher wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Hilfreich ist ein ruhiger Fokus auf Beobachtung und Verlauf. Wird es von Tag zu Tag besser oder schlechter? Trinkt das Kind gen\u00fcgend? Gibt es Atemprobleme? Bestehen starke Schmerzen oder ungew\u00f6hnliche Symptome? Und nicht zuletzt ist das Bauchgef\u00fchl der Eltern wichtig. Wenn dieses sagt, dass etwas nicht stimmt, ist eine \u00e4rztliche Abkl\u00e4rung richtig. Lesen Sie hierzu auch unseren Blog \u00abFieber bei Kindern\u00bb, in dem die neusten Richtlinien zum Thema beschrieben sind.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Mythos: \u00abZucker macht Kinder hyperaktiv\u00bb<\/h2>\n\n\n\n<p>Dieser Satz h\u00e4lt sich hartn\u00e4ckig und er ist nicht komplett aus der Luft gegriffen. Bei manchen Kindern k\u00f6nnen S\u00fcssigkeiten oder gezuckerte Getr\u00e4nke kurzfristig dazu f\u00fchren, dass sie unruhiger, impulsiver oder aufgedrehter wirken. Zu pauschal wird es dann, wenn man dieses Verhalten nur auf den Zuckerkonsum zur\u00fcckf\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was passiert bei Zuckerkonsum im K\u00f6rper?<\/strong><br>Zucker gelangt rasch ins Blut und der Blutzucker steigt. Der K\u00f6rper reagiert mit Insulin, damit die Glukose in die Zellen aufgenommen wird. Diese schnellen Schwankungen k\u00f6nnen sich bei Kindern unterschiedlich zeigen. Bei einigen wirkt es wie ein kurzes Hoch und ist mit Unruhe, Impulsivit\u00e4t oder Tempo verbunden. Wenn der Blutzucker sp\u00e4ter wieder sinkt, kann die Stimmung ziemlich schnell kippen und die Kinder werden gereizter, ungeduldiger oder weniger konzentriert. Nach aussen wirkt das, als w\u00e4ren sie hyperaktiv.<\/p>\n\n\n\n<p>Was im Alltag aber oft untersch\u00e4tzt wird, ist das Umfeld. S\u00fcsses wird meist dann gegessen, wenn ohnehin viel los ist. Also an Geburtstagen, Festen, Weihnachten oder Ostern. Zu diesen besonderen Anl\u00e4ssen gibt es nebst den S\u00fcssigkeiten auch mehr Reize, mehr Aufregung, weniger Routine und manchmal zu wenig Schlaf. Und all diese Faktoren verst\u00e4rken die Reaktion gewisser Kinder auf Zucker. Dazu kommt, dass an solchen Tagen oft \u00fcber l\u00e4ngere Zeit immer wieder S\u00fcsses gegessen wird. Das f\u00fchrt zu wiederholten Blutzucker-Auf-und-ab-Phasen und verst\u00e4rkt nat\u00fcrlich die Verhaltensweisen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Alltag meint man mit \u00abhyperaktiv\u00bb also eher kurzfristiges Aufgedrehtsein. Medizinisch ist Hyperaktivit\u00e4t etwas anderes, n\u00e4mlich ein anhaltendes Muster aus Unruhe und Impulsivit\u00e4t, das \u00fcber l\u00e4ngere Zeit besteht, in verschiedenen Situationen auff\u00e4llt und den Alltag belastet. Zucker kann kurzfristig Symptome ausl\u00f6sen, die \u00e4hnlich wirken. Eine Hyperaktivit\u00e4t als Krankheitsbild l\u00f6st er aber nicht aus.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Mythos: \u00abFingerknacken macht Arthrose\u00bb<\/h2>\n\n\n\n<p>Wer kennt es nicht? Das Ger\u00e4usch von Fingerknacken! Es klingt in den meisten Ohren zwar sch\u00e4dlich, ist aber in der Regel harmlos. Dennoch h\u00e4lt sich der Mythos seit Generationen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Knacken entsteht durch einen physikalischen Effekt in der Gelenkfl\u00fcssigkeit. Wenn die Gelenkfl\u00e4chen kurz auseinandergezogen werden, f\u00e4llt der Druck im Gelenk ab, wobei sich in der Fl\u00fcssigkeit eine Gasblase beziehungsweise ein Hohlraum (Kavitation) bildet. Bildgebende Untersuchungen konnten dieses Ph\u00e4nomen in Echtzeit sichtbar machen. Das Ger\u00e4usch entsteht im Zusammenhang mit dieser Kavitationsblase und nicht, weil die Knochen aneinander reiben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was man \u00fcber Fingerknacken und Arthrose weiss<\/strong><br>In Untersuchungen fand sich kein \u00fcberzeugender Hinweis, dass gewohnheitsm\u00e4ssiges Fingerknacken allein <a href=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/fachgebiete\/rheumatologie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"\">Arthrose<\/a> der Hand verursacht. Es gibt jedoch Hinweise, dass sehr h\u00e4ufiges, intensives Knacken mit anderen Problemen einhergehen kann, etwa mit Schwellungen oder einer tendenziell geringeren Griffkraft. Das ist nicht dasselbe wie Arthrose, zeigt aber, wenn es \u00fcbertrieben wird, kann es die Handfunktion beeinflussen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Mythos: \u00abK\u00e4lte oder Zugluft macht krank\u00bb<\/h2>\n\n\n\n<p>Dieser Satz geh\u00f6rt fast zum Winterinventar. Medizinisch gesehen entspricht dies nur der halben Wahrheit. <a href=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/grippe-erkaeltung-was-schuetzt-davor-was-hilft-dagegen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"\">Erk\u00e4ltungen<\/a> und Grippe entstehen n\u00e4mlich durch Viren, nicht durch K\u00e4lte an sich. Wer draussen friert oder im Durchzug sitzt, wird nicht von der K\u00e4lte krank, sondern nur dann, wenn ein Virus \u00fcbertragen wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong style=\"white-space: normal;\">Warum K\u00e4lte indirekt eine Rolle spielt<\/strong><br>Im Winter halten sich Menschen h\u00e4ufiger in Innenr\u00e4umen auf, oft n\u00e4her beieinander. Das erleichtert die \u00dcbertragung von Viren. Zus\u00e4tzlich ist kalte Winterluft meist trocken und trockene Luft kann die Schleimh\u00e4ute in Nase und Rachen austrocknen. Diese Schleimh\u00e4ute sind eine wichtige Schutzbarriere. Wenn sie gereizt und trocken sind, k\u00f6nnen Viren leichter andocken.<\/p>\n\n\n\n<p>Gute Raumluft, ausreichend trinken, H\u00e4nde waschen und bei Infekten den Kontakt zu anderen reduzieren, ist im Winter eine gute Pr\u00e4vention gegen Erk\u00e4ltungen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Mythos: \u00abBei R\u00fcckenschmerzen ist Bettruhe am besten\u00bb<\/h2>\n\n\n\n<p>Viele Menschen denken bei akuten <a href=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/fachgebiete\/orthopaedie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"\">R\u00fcckenschmerzen<\/a> zuerst an Schonung. Eine mehrt\u00e4gige Bettruhe ist bei gew\u00f6hnlichen (unspezifischen) R\u00fcckenschmerzen aber meist keine gute Idee. Bettruhe bringt in diesen F\u00e4llen keinen Vorteil und kann sogar schaden, weil Muskeln rasch abbauen und der R\u00fccken dadurch eher empfindlicher wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die L\u00f6sung heisst also nicht Bettruhe, sondern aktiv bleiben. Das bedeutet, sich normal bewegen und kurze Spazierg\u00e4nge machen, statt stundenlang zu liegen. Wenn die Schmerzen so stark sind, dass Bewegung kaum m\u00f6glich ist, kann W\u00e4rme entlasten. Bei Bedarf kann auch ein geeignetes Schmerzmittel f\u00fcr wenige Tage helfen, damit Bewegung wieder m\u00f6glich wird. Ziel ist nicht Schonung, sondern den R\u00fccken so zu entlasten, dass man wieder schmerzarm in den Alltag findet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Begleitung in der Praxis am Bahnhof<\/h2>\n\n\n\n<p>Alltagsmythen f\u00fchren oft zu Unsicherheit. Ist etwas harmlos oder braucht es eine Behandlung? Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Symptome abgekl\u00e4rt werden sollen, ist eine <a href=\"https:\/\/app.arzt-direkt.de\/praxisambahnhof\/booking?lang=de&amp;bsid=63bbd1baf829474cf925bc8a&amp;oat=63f26eec6fced140aaf286b4,63f26ef46fced140aaf28978,63f26ef86fced140aaf28a94,63f26efa6fced140aaf28b96,63f26efd6fced140aaf28c32,63f26efe6fced140aaf28c88,63f26f006fced140aaf28d25,63f26f026fced140aaf28d95,63f26f036fced140aaf28dfa,6473040685fd39b1d623cc8c,6473522e85fd39b1d65de176,647352ae85fd39b1d65e44c2,652ac1da06622e78f3e8fd74,65302d6a06622e78f3767323,659aa0af80039ff322e30cf5,659aa0cd80039ff322e31442,6636894c97a7415b6ae07f14,667082265e93e6511e7e8577,667be8a3ee12707f34db1587,68e6d475a45e3ed8981e4fea\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"\">\u00e4rztliche Beurteilung<\/a> sinnvoll.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gut gemeinte Ratschl\u00e4ge geh\u00f6ren zum Alltag. Viele davon klingen logisch, manche wirken sogar \u00fcberzeugend. 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