{"id":3443,"date":"2025-07-08T13:03:40","date_gmt":"2025-07-08T13:03:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/?p=3443"},"modified":"2025-09-15T13:43:40","modified_gmt":"2025-09-15T13:43:40","slug":"helmar-zienert-zwischen-hausarztpraxis-und-schiffsarztkabine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/helmar-zienert-zwischen-hausarztpraxis-und-schiffsarztkabine\/","title":{"rendered":"Helmar Zienert: Medizin zwischen Z\u00fcrichsee und Ozean"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"946\" src=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Helmar-Zienert_Blog_Schiffsarzt_1-1024x946.jpg\" alt=\"Helmar Zienert ist erfahrener Schiffsarzt und Hausarzt mit Leidenschaft in der Praxis am Bahnhof B\u00e4ch.\" class=\"wp-image-3445\" srcset=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Helmar-Zienert_Blog_Schiffsarzt_1-1024x946.jpg 1024w, https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Helmar-Zienert_Blog_Schiffsarzt_1-300x277.jpg 300w, https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Helmar-Zienert_Blog_Schiffsarzt_1-768x709.jpg 768w, https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Helmar-Zienert_Blog_Schiffsarzt_1-1536x1419.jpg 1536w, https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Helmar-Zienert_Blog_Schiffsarzt_1-2048x1891.jpg 2048w, https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Helmar-Zienert_Blog_Schiffsarzt_1-720x665.jpg 720w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Ob im Notfallzentrum, auf hoher See oder im Z\u00fcrcher Oberland \u2013 Helmar Zienert bringt medizinische Erfahrung aus ganz unterschiedlichen Welten mit. Im Interview spricht er \u00fcber seine Zeit als Schiffsarzt, seine Begeisterung f\u00fcr die Hausarztmedizin und verr\u00e4t, was Musik, Sport und Radiomoderation mit seinem Alltag zu tun haben.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was hat Sie urspr\u00fcnglich dazu bewegt, Arzt zu werden und warum genau Allgemeinmediziner?<\/h2>\n\n\n\n<p>Ich wusste schon in der Schule, dass ich Arzt werden m\u00f6chte. Medizin hat mich einfach fasziniert, besonders die Allgemeinmedizin, weil sie so vielf\u00e4ltig ist. Man begleitet Menschen \u00fcber viele Jahre hinweg und ist oft ihre erste Ansprechperson in Gesundheitsfragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">K\u00f6nnen Sie sich noch an Ihren allerersten Patienten erinnern?<\/h2>\n\n\n\n<p>Nicht der erste, aber einer, den ich nie vergessen werde. Frisch im Dienst als Hausarzt wurde ich zu einer \u00e4lteren Dame gerufen. Angeblich mit akuten R\u00fcckenschmerzen und v\u00f6lliger Bewegungsunf\u00e4higkeit. Vor Ort f\u00fchrte mich die Haush\u00e4lterin direkt ins Badezimmer. Dort lag die Patientin in der Badewanne: v\u00f6llig gesund aber k\u00f6rperlich nicht in der Lage, selbst aufzustehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Problem war weniger medizinischer Natur als vielmehr ein praktisches. Es fehlte schlicht eine Aufstehhilfe. Also starteten wir zu dritt: ich, die Haush\u00e4lterin und die Dame selbst. Eine Rettungsaktion mit vollem K\u00f6rpereinsatz und ziemlich nassen F\u00fcssen.<br>&nbsp;<br>Am Ende sass sie entspannt auf dem Sofa, nur ein Handtuch auf dem Kopf, daf\u00fcr ein breiteres L\u00e4cheln im Gesicht. Ein aussergew\u00f6hnlicher <a href=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/angebot\/hausbesuche\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"\">Hausbesuch<\/a>, der trotzdem genau das brachte, was gebraucht wurde.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gab es einen Moment in Ihrer Laufbahn, der alles ver\u00e4ndert hat?<\/h2>\n\n\n\n<p>Es gab mehrere pr\u00e4gende Momente, doch der entscheidendste war sicher die \u00dcbernahme meiner eigenen Hausarztpraxis, die ich 23 Jahre lang gef\u00fchrt habe. 2021 bin ich mit meiner Frau und unseren sechs Kindern in die Schweiz gezogen. Ein grosser Schritt, der neue Perspektiven er\u00f6ffnete.<br>&nbsp;<br>Ein echter Wendepunkt kam jedoch bereits 2017, als ich als Passagier auf einem Kreuzfahrtschiff das Bordhospital besichtigen durfte. Dieses kleine, aber hervorragend ausgestattete schwimmende Notfallzentrum hat mich sofort fasziniert. Von da an war klar: ich wollte eines Tages selbst als Schiffsarzt t\u00e4tig sein. Um diesem Ziel n\u00e4herzukommen, absolvierte ich unter anderem eine vertiefte Weiterbildung in Notfallmedizin sowie Maritimer Medizin. Ein Bereich, der mich seither ebenso begeistert wie die Seefahrt.<br>&nbsp;<br>Nach dem Umzug in die Schweiz begann ich als Oberarzt im Notfallzentrum des Stadtspitals Z\u00fcrich Triemli. Es folgten Stationen im AMEOS Spital Einsiedeln, sowohl auf der Notfallstation als auch in der Inneren Medizin. Diese Zeit hat meine klinischen und notfallmedizinischen F\u00e4higkeiten nochmals deutlich gesch\u00e4rft. Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass ich die <a href=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/fachgebiete\/allgemeine-medizin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"\">haus\u00e4rztliche T\u00e4tigkeit<\/a> nicht aufgeben m\u00f6chte.<br>&nbsp;<br>Heute bin ich in der Praxis am Bahnhof t\u00e4tig. Ein Ort, der mir genau die richtige Mischung bietet: ich kann Menschen langfristig begleiten und zugleich mein Wissen aus der <a href=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/notfall\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"\">Notfallmedizin<\/a> einbringen. F\u00fcr mich ist das die perfekte Kombination.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sie waren 2024 zwei Monate als Schiffsarzt unterwegs. Was haben Sie aus dieser Zeit mitgenommen \u2013 fachlich wie pers\u00f6nlich?<\/h2>\n\n\n\n<p>Enorm viel. Als Schiffsarzt ist man Teil eines kleinen Teams, aber medizinisch tr\u00e4gt man viel Verantwortung, oft ohne R\u00fcckgriff auf Spezialisten. Man muss Entscheidungen alleine treffen und gleichzeitig Passagiere mit den unterschiedlichsten Erkrankungen optimal versorgen, auch wenn das Meer unruhig ist oder der n\u00e4chste Hafen noch Stunden entfernt.<br>&nbsp;<br>Ich denke an hektische N\u00e4chte mit medizinischen Notf\u00e4llen und an Passagiere mit den unterschiedlichsten Krankheitsbildern \u2013 von einfachen Fieberinfekten \u00fcber Gallenwegsentz\u00fcndungen bis hin zu Schlaganf\u00e4llen oder Knochenbr\u00fcchen bei Kindern und Erwachsenen. Auch bewusstlose Patienten geh\u00f6rten zum Alltag.<br>&nbsp;<br>Neben der medizinischen Betreuung der G\u00e4ste war ich auch f\u00fcr die Crew verantwortlich. Menschen aus \u00fcber 40 Nationen. F\u00fcr sie war ich nicht nur Schiffsarzt, sondern auch Haus- und Betriebsarzt. Dabei galt es, unterschiedliche medizinische Standards ebenso zu ber\u00fccksichtigen wie kulturelle Unterschiede im Umgang mit Krankheit und Gesundheit.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kamen Sie an Ihre Grenzen auf hoher See?<\/h2>\n\n\n\n<p>Besonders herausfordernd waren Eins\u00e4tze, bei denen wir unter hohem Zeitdruck gemeinsam mit dem Kapit\u00e4n entscheiden mussten: Kann der Patient im n\u00e4chsten Hafen versorgt werden, oder braucht es eine sofortige Evakuierung per Helikopter? Viele stellen sich dabei eine Landung auf dem Schiff vor. In Wirklichkeit wird \u00abgewincht\u00bb. Das heisst die erkrankte Person wird mit einem Seil aus dem Schiff heraus direkt in den schwebenden Helikopter gezogen. Ein technisch anspruchsvolles und f\u00fcr alle Beteiligten hochkonzentriertes Man\u00f6ver, mitten auf hoher See.<br>&nbsp;<br>Pers\u00f6nlich war es eine intensive Zeit. Man lebt und arbeitet eng aufeinander, ist st\u00e4ndig im Einsatz, weiss nie, was der n\u00e4chste Tag bringt. Aber genau das macht diese Arbeit so besonders: Medizin in ihrer ganzen Breite unter aussergew\u00f6hnlichen Bedingungen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was fasziniert Sie an der maritimen Medizin?<\/h2>\n\n\n\n<p>Mich fasziniert die Kombination aus Notfallmedizin, Eigenverantwortung und den besonderen Bedingungen an Bord. Das Bordhospital ist eine hochmoderne Notfalleinheit ausgestattet mit Labor, digitalem R\u00f6ntgen, \u00fcberwachten Krankenbetten und sogar einer kleinen Intensivstation. Und trotzdem ist es kein Spital.<br>&nbsp;<br>Die M\u00f6glichkeiten sind begrenzt: die Auswahl an Medikamenten ist eingeschr\u00e4nkt, es gibt weder CT noch MRI und komplexe chirurgische Eingriffe k\u00f6nnen nicht durchgef\u00fchrt werden. Auch Fach\u00e4rztinnen und Fach\u00e4rzte sind nicht einfach verf\u00fcgbar. Im Notfall muss man dennoch schnell und sicher entscheiden \u2013 oft allein, unter Zeitdruck und mit dem, was an Bord vorhanden ist.<br>&nbsp;<br>Gerade in solchen Momenten zeigt sich, wie wertvoll eine spezialisierte Ausbildung in Maritimer Medizin ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Welche Erfahrungen aus der Seefahrt bereichern Ihre T\u00e4tigkeit als Hausarzt in der Praxis am Bahnhof?<\/h2>\n\n\n\n<p>Schnelle Entscheidungen treffen, das Ganze im Blick behalten. Das ist auf dem Schiff entscheidend und hilft mir auch im Praxisalltag. Zudem bin ich durch die internationalen Eins\u00e4tze sprachlich flexibel geblieben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Haben Sie demn\u00e4chst vor, wieder als Schiffsarzt an Bord zu gehen?<\/h2>\n\n\n\n<p>Ja, im Herbst gehe ich f\u00fcr zwei Monate auf eine gr\u00f6ssere Tour durch S\u00fcdeuropa. Ich werde wieder Teil eines medizinischen Teams sein, das sowohl Passagiere als auch Crew betreut. F\u00fcr die Passagiere sind wir vor allem in Notf\u00e4llen da \u2013 bei der Crew \u00fcbernehmen wir zus\u00e4tzlich die haus\u00e4rztliche und betriebs\u00e4rztliche Versorgung. Und das f\u00fcr mehrere hundert, teils \u00fcber tausend Personen, die auf dem Schiff leben und arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was sch\u00e4tzen Sie an Ihrer T\u00e4tigkeit als Hausarzt ganz besonders?<\/h2>\n\n\n\n<p>Ich sch\u00e4tze die enorme Vielfalt. Kein Tag ist wie der andere. Ich begleite Menschen mit ganz unterschiedlichen Anliegen, vom <a href=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/fachgebiete\/kindermedizin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"\">Kleinkind<\/a> bis zur betagten <a href=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/angebot\/demenzabklaerung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"\">Seniorin<\/a>. Besonders sch\u00f6n ist es, wenn man \u00fcber viele Jahre hinweg eine Familie betreut, Generationen kennt und mit der Zeit ein echtes Vertrauensverh\u00e4ltnis entsteht.<br>&nbsp;<br>Man wird nicht nur als <a href=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/team\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"\">Fachperson<\/a> wahrgenommen, sondern oft als jemand, der einen konstanten Platz im Leben der Patientinnen und Patienten einnimmt. Diese langfristige, pers\u00f6nliche Verbindung ist f\u00fcr mich das Herzst\u00fcck der Hausarztmedizin.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie erleben Sie den Kontakt mit Ihren Patientinnen und Patienten, gerade in einer lebendigen Gruppenpraxis wie der Praxis am Bahnhof?<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Praxis am Bahnhof bietet mir M\u00f6glichkeiten, wie ich sie mir immer gew\u00fcnscht habe: moderne Diagnostik, kurze Wege zu Fach\u00e4rzten und ein interdisziplin\u00e4res Miteinander. Das f\u00fchrt zu hoher Patientenzufriedenheit und auch zu sehr erf\u00fcllender Arbeit f\u00fcr uns im Team.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gibt es eine medizinische Entwicklung, die Sie besonders begeistert?<\/h2>\n\n\n\n<p>Technologische Fortschritte, etwa in der Telemedizin oder die Entwicklung guter KI-Tools, die uns im Alltag unterst\u00fctzen, besonders bei komplexen Recherchen oder bei der Auswertung medizinischer Studien.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie schaffen Sie es, bei all dem grossem Druck und hektischen Anforderungen ruhig zu bleiben?<\/h2>\n\n\n\n<p>Mit der Erfahrung kommt eine gewisse Ruhe. Ich h\u00f6re sehr bewusst zu, denn oft beginnt alles schon bei der Anamnese. Wenn ich gezielt frage und aktiv zuh\u00f6re, ergibt sich meist schon eine klare Richtung. Ich setze Priorit\u00e4ten, strukturiere die Informationen, \u00fcberlege im Voraus, was parallel m\u00f6glich ist, gerade wenn es hektisch wird.<br>&nbsp;<br>Manchmal laufen mehrere Dinge gleichzeitig, etwa bei komplexen Verl\u00e4ufen oder wenn mehrere Patienten parallel betreut werden. Wichtig ist, dabei immer pr\u00e4sent zu bleiben. F\u00fcr mich steht fest: Der Mensch vor mir hat volle Aufmerksamkeit verdient und bekommt sie auch. Kein Fall ist wie der andere, gerade das macht den Beruf so spannend.<br>&nbsp;<br>Und ich bleibe offen f\u00fcr das Bauchgef\u00fchl. Wenn Befunde nicht zum Zustand des Patienten passen, ist es wichtig, genauer hinzuschauen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie zeigt sich dieses Bauchgef\u00fchl in der Praxis konkret?<\/h2>\n\n\n\n<p>Zum Beispiel dann, wenn Laborwerte oder andere Befunde unauff\u00e4llig sind aber nicht zu den geschilderten Beschwerden oder zur vermuteten Diagnose passen. Oder wenn ein Patient deutlich kranker wirkt, als es Aktenlage oder Lehrbuch erwarten lassen. In solchen Momenten werde ich besonders aufmerksam. Dann weiss ich: hier braucht es ein genaues Hinsehen und manchmal auch ein Umdenken.<br>&nbsp;<br>Das Bauchgef\u00fchl entsteht nicht einfach so. Es basiert auf Erfahrung, Beobachtung, vielen kleinen Details. Manchmal zeigt es sich in der Art, wie jemand spricht, sich bewegt oder reagiert. Ich hatte zum Beispiel eine Patienten mit vermeintlichen Magenschmerzen. Es stellte sich heraus, dass er einen Herzinfarkt hatte, obwohl die typischen Herzbeschwerden ausblieben. Ohne Bauchgef\u00fchl h\u00e4tte man das leicht \u00fcbersehen.<br>&nbsp;<br>Das Bauchgef\u00fchl hilft mir, dran zu bleiben, wenn etwas nicht zusammenpasst. Manchmal ist es eben nicht die eine Zahl oder das eine Symptom, sondern die Kombination aus allem.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gab es eine Begegnung mit einem Patienten, die Sie besonders ber\u00fchrt hat?<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein Patient war Dichter und hat mir nach seiner Behandlung eine Lobeshymne \u00fcber meine Arbeit in fr\u00e4nkischer Mundart geschrieben und diese sogar in einem seiner B\u00fccher ver\u00f6ffentlicht. Solche Momente ber\u00fchren einen sehr.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie schalten Sie nach einem vollen Tag in der Praxis ab?<\/h2>\n\n\n\n<p>Mit Bewegung! Das hilft mir, k\u00f6rperlich wie mental abzuschalten. Ich schwimme gerne im Z\u00fcrichsee oder trainiere zu Hause in meinem kleinen Fitnessbereich.<br>&nbsp;<br>Und mit Musik. Sie begleitet mich schon mein ganzes Leben. In meiner Jugend war ich Teil einer Band. Ich spielte Saxophon und Keyboard, manchmal \u00fcbernahm ich auch den Leadgesang. Heute spiele ich noch E-Piano und singe, besonders auf Reisen, mit Begeisterung Karaoke. Bei einer Kreuzfahrt habe ich sogar einmal beim \u201eVoice of the Ocean\u201c-Wettbewerb mitgemacht und es bis ins Finale geschafft. Es geht mir dabei nicht ums Gewinnen, sondern um den Spass und darum, einfach mal ganz in der Musik aufzugehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wenn Sie einen Tag lang etwas ganz anderes machen d\u00fcrften, was w\u00e4re das?<\/h2>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcrde zur\u00fcck ans Radiopult gehen. W\u00e4hrend meines Medizinstudiums habe ich mehrere Jahre beim Privatradio gearbeitet. Zuerst in der Redaktion, sp\u00e4ter vor allem als Moderator. Ich habe mehrere eigene Sendungen gestaltet, Musiktitel ausgew\u00e4hlt und live moderiert. In dieser Zeit durfte ich auch als Sprecher f\u00fcr Kinowerbung arbeiten.<br>&nbsp;<br>Besonders spannend war die Arbeit in der Musikredaktion: Ich durfte auf Konzerte, habe Interviews mit bekannten K\u00fcnstlern gef\u00fchrt, war zum Beispiel auch mal bei Joe Cocker. Es war eine unglaublich kreative und intensive Zeit, ganz anders als die Medizin, aber ebenfalls sehr menschlich.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gibt es etwas, das Ihre Patienten wohl nie \u00fcber Sie vermuten w\u00fcrden?<\/h2>\n\n\n\n<p>Wahrscheinlich genau das: dass ich Radiomoderator war, auf Konzerten Interviews gemacht habe und auf der B\u00fchne stand oder dass ich zwei Jahre in Italien gelebt und studiert habe.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was w\u00fcnschen Sie sich f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Entwicklung der Hausarztmedizin?<\/h2>\n\n\n\n<p>Weniger B\u00fcrokratie, bessere digitale Schnittstellen zwischen Praxen, Spit\u00e4lern und Versicherungen und mehr <a href=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wenn-der-arzt-keine-zeit-hat\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"\">Zeit f\u00fcr die Patienten<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was ist Ihnen f\u00fcr die Zusammenarbeit im Team der Praxis am Bahnhof besonders wichtig?<\/h2>\n\n\n\n<p>Respekt, Offenheit und Teamgeist. Ich sage immer: wir sitzen alle im selben Boot und wir kommen nur gemeinsam voran. In einer grossen, modernen Praxis wie der unseren ist das keine Floskel, sondern entscheidend.<br>&nbsp;<br>Jede und jeder bringt <a href=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/die-praxis\/arbeitgeber-praxis-am-bahnhof\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"\">unterschiedliche St\u00e4rken<\/a> mit. Das kann in der Diagnostik, im zwischenmenschlichen Bereich oder im Umgang mit komplexen Situationen sein. Was ich besonders sch\u00e4tze: wir begegnen uns hier auf Augenh\u00f6he. Egal ob \u00c4rztin, MPA, Therapeut oder Empfang \u2013 alle tragen dazu bei, dass sich unsere Patienten gut aufgehoben f\u00fchlen. Und man kann sich aufeinander verlassen. Gerade wenn\u2019s hektisch wird, ist es Gold wert, in einem Team zu arbeiten, das Hand in Hand denkt und handelt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Und zuletzt: Warum w\u00fcrden Sie sich selbst als Patient f\u00fcr die Praxis am Bahnhof entscheiden?<\/h2>\n\n\n\n<p>Wegen der Vielfalt: wir haben moderne Diagnostik direkt vor Ort, einen engen Austausch mit Fach\u00e4rzten und Fach\u00e4rztinnen und verschiedene Gesundheitsangebote, die sich sinnvoll erg\u00e4nzen. Gleichzeitig begegnen wir unseren Patientinnen und Patienten auf Augenh\u00f6he mit Zeit, mit Offenheit und mit echtem Interesse. Das ist es, was ich mir als Patient w\u00fcnsche! <br><br>Sie m\u00f6chten Patient oder Patientin bei uns sein? Werfen Sie einen Blick auf unsere <a href=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"\">Webseite <\/a>oder rufen Sie uns an f\u00fcr eine <a href=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/onlinetermine-app\/\" title=\"\">Terminvereinbarung<\/a>!<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ob im Notfallzentrum, auf hoher See oder im Z\u00fcrcher Oberland \u2013 Helmar Zienert bringt medizinische Erfahrung aus ganz unterschiedlichen Welten mit. Im Interview spricht er \u00fcber seine Zeit als Schiffsarzt, seine Begeisterung f\u00fcr die Hausarztmedizin und verr\u00e4t, was Musik, Sport und Radiomoderation mit seinem Alltag zu tun haben. Was hat<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":3445,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[191],"tags":[454,266,453,224,322,321],"projects_api":[343,344,345],"class_list":["post-3443","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geschichten-aus-der-praxis","tag-allgemeinmedizin","tag-arztberuf","tag-erfahrener-arzt","tag-hausarzt","tag-reisemedizin","tag-schiffsarzt","projects_api-praxisambahnhof","projects_api-praxisbaech","projects_api-praxisimquartier"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3443","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3443"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3443\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3473,"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3443\/revisions\/3473"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3445"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3443"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3443"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3443"},{"taxonomy":"projects_api","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/projects_api?post=3443"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}