{"id":2975,"date":"2022-05-20T01:31:00","date_gmt":"2022-05-20T01:31:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/?p=2975"},"modified":"2025-09-25T11:36:30","modified_gmt":"2025-09-25T11:36:30","slug":"antibiotika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/antibiotika\/","title":{"rendered":"Antibiotika haupts\u00e4chlich Segen \u2013 ein bisschen Fluch"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Antibiotika-1024x683.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2977\" srcset=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Antibiotika-1024x683.jpeg 1024w, https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Antibiotika-300x200.jpeg 300w, https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Antibiotika-768x512.jpeg 768w, https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Antibiotika-1536x1024.jpeg 1536w, https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Antibiotika-2048x1365.jpeg 2048w, https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Antibiotika-720x480.jpeg 720w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Sie retten Leben oder weniger drastisch: sie lassen bakterielle Infekte schneller abklingen, sie bringen aber auch die Darmflora durcheinander \u2013 die Antibiotika. Der Ruf des bakterient\u00f6tenden Mittels in der Bev\u00f6lkerung ist sehr unterschiedlich, w\u00e4hrend es die einen verteufeln, wollen andere jeden Schnupfen damit kurieren.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Geschichte des Antibiotikums oder Penicillin<\/h2>\n\n\n\n<p>Wer sich vor der Entdeckung des Penicillins eine Wunde zuzog, die sich entz\u00fcndete oder zu einer Blutvergiftung f\u00fchrte, starb mit grosser Wahrscheinlichkeit daran. Auch der Wundbrand nach chirurgischen Eingriffen bedeutete eine todbringende Diagnose.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl schon andere vor ihm der bakterienabt\u00f6tenden Wirkung von Schimmelpilzen auf die Spur kamen, gilt Alexander Fleming als Entdecker des Penicillins \u2013 des ersten Antibiotikums. Flemming hatte eine Kultur mit Staphylokokken angelegt und diese vergessen. Bei seiner R\u00fcckkehr nach den Sommerferien, sah er, dass auf dem N\u00e4hrboden ein Schimmelpilz wuchs, in dessen N\u00e4he sich die Bakterien nicht vermehrten. Er nannte den Stoff, den er daraus gewinnen konnte, Penicillin und ver\u00f6ffentlichte seine Ergebnisse 1929.<\/p>\n\n\n\n<p>Es sollte weitere 10 Jahre dauern bis aus dem Wunder bewirkenden Stoff langsam ein Medikament entwickelt wurde, das in vern\u00fcnftig grossen Mengen hergestellt werden konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Im ersten Weltkrieg wurden noch wenige Verwundete mit Antibiotika behandelt. Als der zweite Weltkrieg seine Schrecken \u00fcber die Menschheit brachte, konnte bereits vielen verwundeten Soldaten das Leben gerettet werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Erster Patient: schneller Erfolg mit traurigem Ausgang der Geschichte<\/h2>\n\n\n\n<p>Schon als man den ersten Patienten mit Penicillin behandelte, stellte sich heraus, dass eine lange Einnahmedauer notwendig ist. Der Polizist Albert Alexander hatte sich beim Rosenschneiden einen Kratzer im Gesicht zugezogen, dieser f\u00fchrte zu einer Blutvergiftung. Nachdem nichts anderes half, versuchten die \u00c4rzte die damals experimentelle Therapie mit Penicillin. Das Fieber sank rasch und der Gesundheitszustand verbesserte sich markant, er schien \u00fcber den Berg zu sein. Nach f\u00fcnf Tagen war allerdings der Vorrat aufgebraucht. Alexanders Zustand verschlechterte sich rapide und er verstarb. Er h\u00e4tte das Mittel f\u00fcr sieben bis zehn Tage ben\u00f6tigt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Starke Dosierung \u2013 lange Verabreichung<\/h2>\n\n\n\n<p>Aus diesem Grund ist es wichtig, die Antibiotika \u00fcber die verschriebene Dauer einzunehmen und nicht abzubrechen, wenn es einem wieder besser geht. Auch die Dosierung sollte von allem Anfang an, hoch angesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>In den ersten Tagen einer Antibiotika-Einnahme sterben um die 90% der Bakterien ab. Das Problem sind die restlichen 10%. Ist die Dosis zu tief, \u00fcberleben unter Umst\u00e4nden genau diese starken, hartn\u00e4ckigen Bakterien und bilden die gef\u00fcrchteten Resistenzen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Antibiotika in der Hausarztpraxis<\/h2>\n\n\n\n<p>In der Hausarztpraxis gilt der Grundsatz \u00abso wenig wie m\u00f6glich, so viel wie n\u00f6tig\u00bb. Was bedeutet, dass wir Antibiotika nur in klar notwendigen F\u00e4llen verabreichen. Einer Erk\u00e4ltung beispielsweise liegt meist ein Virus zu Grunde und eben keine Bakterien. Das Antibiotika hilft demnach nichts, ausser dass es die guten Bakterien in der Darmflora angreift. Wohingegen eine Blasenentz\u00fcndung h\u00e4ufig bakterielle Ursachen hat. Man muss auch diese nicht unbedingt antibiotisch behandeln, oft reichen entz\u00fcndungshemmende Schmerzmittel.<\/p>\n\n\n\n<p>Was sich nach einer Einnahme von Antibiotika empfiehlt, ist die Darmflora wieder aufzubauen nach dem Ende der Kur.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die einen bestehen darauf \u2013 die andern verteufeln es<\/h2>\n\n\n\n<p>Die meisten Patienten verlassen sich auf die Empfehlung ihrer \u00c4rztin, was Antibiotika anbelangt. Bei einigen l\u00f6st das Medikament aber Emotionen aus, wie kaum ein anderes. Es gibt diejenigen, die bei einer Erk\u00e4ltung sofort ein Antibiotikum m\u00f6chten, weil es die anderen Male doch auch so gut geholfen hat. Da braucht es manchmal viel \u00dcberzeugungskraft der \u00c4rztin, dass das Mittel jetzt nicht angebracht ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt auch eine Gruppe Patienten mit der genau gegenteiligen Meinung. Sie m\u00f6chten auch bei hartn\u00e4ckigen bakteriellen Entz\u00fcndungsf\u00e4llen die Einnahme eines Antibiotikums unbedingt vermeiden. Hier braucht es \u00dcberzeugungskraft in die andere Richtung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Erst als mir der Arzt Antibiotika verschrieb, wurde es besser!<\/h2>\n\n\n\n<p>Was bei einer infekti\u00f6sen Krankheit immer passieren kann ist Folgendes: Der Patient kommt zum Arzt, dieser untersucht ihn, findet keinen bakteriellen Infekt und r\u00e4t ihm \u00abWir finden keinen bakteriellen Infekt. Nehmen Sie entz\u00fcndungshemmende Schmerzmittel und warten Sie noch zwei\/drei Tage, wenn es nicht besser ist, kommen Sie wieder.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn der Patient nun auf Antibiotika bestanden und diese nicht erhalten hat, kann es passieren, dass er den Arzt wechselt. Der neue Arzt untersucht ihn drei Tage sp\u00e4ter, findet Bakterien und verschreibt das gew\u00fcnschte Antibiotikum. Der Patient denkt sich, \u00abWusste ich es doch, dieser erste Arzt hatte keine Ahnung\u00bb.<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich geschieht es manchmal, dass sich auf dem Boden des viral gesch\u00e4digten Gewebes Bakterien festsetzen und dort der anf\u00e4nglich virale Infekt zu einem bakteriellen wird. H\u00e4tte der Patient nochmal den ersten Arzt besucht, h\u00e4tte auch dieser die bakterielle Infektion gefunden und mit einem Antibiotikum behandelt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Resistenzen \u2013 gef\u00e4hrlich f\u00fcr Schwerkranke<\/h2>\n\n\n\n<p>Je mehr Menschen Antibiotika einnehmen, desto eher besteht die Gefahr, dass die Bakterien Resistenzen dagegen aufbauen k\u00f6nnen. Dies geschieht, weil wie vorhin erw\u00e4hnt, die Kuren zu fr\u00fch abgebrochen werden oder auch bei viralen Infekten, v\u00f6llig unn\u00fctzerweise ein Antibiotikum genommen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>In gewissen L\u00e4ndern wie beispielsweise in Thailand sind die Mittel sogar frei verk\u00e4uflich und an einem Marktstand zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend bei gesunden Menschen, ein g\u00e4ngiges Antibiotikum reicht um die Bakterien zu bek\u00e4mpfen, wird es f\u00fcr schwerkranke Menschen im Spital teilweise schwierig. Die \u00abSpitalk\u00e4fer\u00bb, wie man sie im Volksmund nennt, sprechen oft nicht mehr auf antibiotische Mittel an, es braucht dann neue hochwirksame und sehr teure Medikamente um die Krankheit abzuwenden.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Das Medikament, das bei so Vielen unterschiedliche Emotionen ausl\u00f6st ist also n\u00fcchtern betrachtet vor allem ein Heilsbringer, der einfach richtig verwendet werden muss. Wenn Sie an einer Infektion leiden, vereinbaren Sie einen <a href=\"https:\/\/app.arzt-direkt.de\/praxisambahnhof\/booking?lang=de&amp;bsid=63bbd1baf829474cf925bc8a&amp;oat=63f26eec6fced140aaf286b4,63f26ef46fced140aaf28978,63f26ef86fced140aaf28a94,63f26efa6fced140aaf28b96,63f26efd6fced140aaf28c32,63f26efe6fced140aaf28c88,63f26f006fced140aaf28d25,63f26f026fced140aaf28d95,63f26f036fced140aaf28dfa,6473040685fd39b1d623cc8c,6473522e85fd39b1d65de176,647352ae85fd39b1d65e44c2,64b0cbe218a905e2d344438a,652ac1da06622e78f3e8fd74,65302d6a06622e78f3767323,659aa06f80039ff322e2fea5,659aa08e80039ff322e305f2,659aa0af80039ff322e30cf5,659aa0cd80039ff322e31442,659aa0e880039ff322e31aeb,6636894c97a7415b6ae07f14,667082265e93e6511e7e8577,667be8a3ee12707f34db1587\" title=\"\">Termin<\/a> in unserer Allgemeinen Medizin und greifen Sie nicht zur Selbstmedikation mit Antibiotika. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie retten Leben oder weniger drastisch: sie lassen bakterielle Infekte schneller abklingen, sie bringen aber auch die Darmflora durcheinander \u2013 die Antibiotika. 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