{"id":2836,"date":"2021-08-27T11:20:24","date_gmt":"2021-08-27T11:20:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/?p=2836"},"modified":"2025-09-26T11:22:08","modified_gmt":"2025-09-26T11:22:08","slug":"37-grad-koerpertemperatur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/37-grad-koerpertemperatur\/","title":{"rendered":"37 Grad K\u00f6rpertemperatur \u2013 genau so muss es sein! Aber warum?"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Koerpertemperatur-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2838\" srcset=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Koerpertemperatur-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Koerpertemperatur-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Koerpertemperatur-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Koerpertemperatur-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Koerpertemperatur-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Koerpertemperatur-720x480.jpg 720w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Der menschliche K\u00f6rper ist st\u00e4ndig damit besch\u00e4ftigt eine K\u00f6rpertemperatur von etwa 37 Grad Celsius aufrecht zu erhalten. Damit das klappt, reagiert er bei Hitze mit schwitzen und bei K\u00e4lte mit zittern. Aber warum sind gerade 37 Grad Celsius ideal? Das und ein bisschen mehr lesen Sie im nachfolgenden Blog.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">37 Grad und es l\u00e4uft rund im K\u00f6rperinnern<\/h2>\n\n\n\n<p>Im Laufe der Evolution hat sich gezeigt, dass die Kerntemperatur des K\u00f6rpers plus minus 37 Grad betragen sollte. Und zwar aus einem ganz bestimmten Grund: bei 37 Grad Celsius funktioniert der menschliche Organismus optimal. Was heisst das genau? Biochemische Prozesse wie zum Beispiel die Wirkung von Hormonen und Enzymen sind an eine Temperatur von 37 Grad angepasst. Auch die ganzen Regulationssysteme funktionieren bei 37 Grad Celsius am besten. Diese K\u00f6rpertemperatur ist also die ideale Temperatur f\u00fcr ganz viele Stoffwechselvorg\u00e4nge (z. B. die Verdauung) und ein wesentlicher Faktor f\u00fcr die Gesundheit. Passt die Temperatur nicht mehr, sind diverse Prozesse gest\u00f6rt. In der Folge braucht der K\u00f6rper sehr viel Energie, um trotzdem gut zu funktionieren. Nicht umsonst ist der menschliche K\u00f6rper bestrebt immer bei 37 Grad Celsius zu bleiben. Einzige Ausnahme: Fieber. Die h\u00f6here Temperatur bewirkt eine Verst\u00e4rkung der Immunabwehr &#8211; mit gewissen Grenzen. Wenn die Temperatur \u00fcber 41 Grad steigt, versagen die Regelsysteme im K\u00f6rper \u2013 und das hat lebensbedrohliche Folgen. 37 Grad Celsius sind also perfekt f\u00fcr ein gut funktionierendes K\u00f6rperzusammenspiel aber auch der Kosten-Nutzen-Faktor ist dann am \u00ab\u00f6konomischsten\u00bb. Das heisst, bleibt die K\u00f6rpertemperatur konstant bei 37 Grad Celsius, hat der K\u00f6rper am \u00abwenigsten\u00bb Aufwand.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der \u00abChef\u00bb \u00fcber die K\u00f6rpertemperatur<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Temperatur im K\u00f6rperinneren wird vom Hypothalamus geregelt. Das ist ein Teil des Zwischenhirns, in dem sich das sogenannte W\u00e4rmeregulationszentrum befindet. Der Hypothalamus stellt sicher, dass in Gehirn, Herz, Nieren und Leber immer eine weitgehend konstante Temperatur von 37 Grad Celsius herrscht. Um das zu erreichen wird die W\u00e4rmeproduktion und W\u00e4rmeabgabe je nach Bedarf gesteuert. Der Hypothalamus \u00fcberpr\u00fcft also die aktuelle Temperatur und vergleicht sie mit der angestrebten von etwa 37 Grad Celsius. Ist die K\u00f6rperinnentemperatur zu niedrig, sorgt er daf\u00fcr, dass der K\u00f6rper W\u00e4rme bildet und diese h\u00e4lt. Ist die aktuelle K\u00f6rpertemperatur dagegen zu hoch, wird W\u00e4rme abgegeben oder Schweiss produziert, der die Haut abk\u00fchlt. Die \u00abMessf\u00fchler\u00bb um diese Temperaturdifferenzen festzustellen befinden sich in der Haut und den Organen in Form von freien Nervenendigungen sensibler Nerven. Diese sammeln Informationen, senden sie an den Thalamus und dieser \u00fcbermittelt die entsprechenden Signale dann an den Hypothalamus. Wenn also die K\u00f6rpertemperatur nach oben oder unten schwankt, setzt ein Regelkreis zur Temperaturregulation ein. Bei einer tieferen K\u00f6rpertemperatur wird mit Hilfe eines erh\u00f6hten Sympathikotonus und <a href=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/hormone-steuerzentrale-zahlreicher-prozesse-im-koerper\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hormonen<\/a> eine Steigerung des Grundumsatzes bewirkt, was die Leber dazu bringt mehr Energie bereitzustellen, um die Herzfrequenz zu erh\u00f6hen damit die Temperatur wieder steigt. Wenn die Kernk\u00f6rpertemperatur hoch ist, erfolgt durch den Hypothalamus eine Absenkung des Sympathikotonus, der dann die Gef\u00e4sse in der Peripherie weitet und die Schweisssekretion f\u00f6rdert. Der K\u00f6rper k\u00fchlt ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber wie weiss man, welche Kernk\u00f6rpertemperatur gerade vorherrscht? Da es von aussen nicht m\u00f6glich ist, bis in den Kern vorzudringen, misst man die K\u00f6rpertemperatur an K\u00f6rperstellen, die gut zug\u00e4nglich sind. Ideale Messstellen sind K\u00f6rperh\u00f6hlen in der N\u00e4he grosser Blutgef\u00e4sse, wie Mund (oral), Mastdarm (rektal), Achselh\u00f6hle (axillar) oder Ohr (aurikul\u00e4r).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leichte Temperaturschwankungen sind normal<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein gesunder K\u00f6rper funktioniert also optimal, wenn seine Temperatur im Inneren etwa 37 Grad Celsius betr\u00e4gt. Allerdings hat jede Person ihre pers\u00f6nliche \u201enormale\u201c K\u00f6rpertemperatur, die etwas h\u00f6her oder niedriger liegen kann. Hinzu kommt, dass der Organismus seine Temperatur st\u00e4ndig an die Umweltbedingungen anpasst. Wenn man beispielsweise Sport treibt, steigt sie an. Nachts ist sie niedriger als am Tag und am sp\u00e4ten Nachmittag h\u00f6her als morgens. Leichte Temperaturschwankungen sind also normal und werden mit Hilfe des Hypothalamus ausgeglichen. Sinkt die K\u00f6rpertemperatur aber auf 35 Grad und drunter, kann das lebensbedrohlich sein. Bei einer niedrigen K\u00f6rpertemperatur k\u00f6nnen Herz, Nervensystem und weitere Organe nicht wie gewohnt funktionieren. Wird dieser Zustand nicht behandelt, kann es dem Gehirn schaden oder zu einem Versagen des <a href=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/fachgebiete\/kardiologie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Herzens<\/a> sowie der Atemwege kommen. Steigt im Gegenzug die K\u00f6rpertemperatur auf 41 Grad und dar\u00fcber, ist das genauso bedrohlich, denn da gerinnt Eiweiss und macht die ganzen K\u00f6rperstrukturen kaputt. Beide Extreme k\u00f6nnen schlussendlich zum Tode f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gewusst?<\/strong> Das Temperaturfenster, bei dem der K\u00f6rper nicht reagiert ist extrem klein. Der K\u00f6rper reagiert also bereits auf kleinste Ver\u00e4nderungen und versucht die Kerntemperatur auf 37 Grad zu halten. Wer darunter f\u00e4llt, friert, was die Temperatur erh\u00f6ht (durch zittern). Wer dar\u00fcber ist, schwitzt, was die Temperatur runter k\u00fchlt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Wohlf\u00fchltemperatur<\/h2>\n\n\n\n<p>In der Regel empfinden wir Aussentemperaturen von 37 Grad Celsius als unangenehm. Auf den ersten Blick scheint dies eher unlogisch. Schliesslich betr\u00e4gt die menschliche K\u00f6rpertemperatur auch etwa 37 Grad Celsius. M\u00fcsste man sich deshalb nicht bei einer identischen Aussentemperatur \u201epudelwohl\u201c f\u00fchlen? Nein. Denn: der Mensch produziert immer W\u00e4rme und zwar v\u00f6llig egal, wie heiss es draussen gerade ist. Diese W\u00e4rme entsteht durch das Funktionieren von Herz, Gehirn, Nieren sowie dem gesamten Stoffwechsel. Sind die Aussentemperaturen also niedrig, wird entsprechend weniger produzierte W\u00e4rme \u00fcber die Haut abgegeben und mehr im K\u00f6rper zur\u00fcckbehalten. Ist es draussen jedoch heiss, wird mehr W\u00e4rme \u00fcber die Haut abgegeben. Bei k\u00f6rperlicher Bet\u00e4tigung oder an sehr heissen Tagen wird die \u00fcbersch\u00fcssige W\u00e4rme durch Schwitzen abgef\u00fchrt. Das Verdunsten des Schweisses k\u00fchlt die Haut ab. Herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit, verdampft der Schweiss nicht oder nur sehr schlecht und die angestrebte K\u00fchlung kommt nicht recht zustande. Das ist auch der Grund, warum die meisten Menschen trockene Hitze ertr\u00e4glicher finden als feuchte Schw\u00fcle. Insgesamt f\u00fchlt sich der bekleidete und ruhende Mensch bei etwa 21 Grad am wohlsten. Nat\u00fcrlich ist dies von Mensch zu Mensch verschieden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fieber \u2013 eine Ausnahme?<\/h2>\n\n\n\n<p>Fieber entsteht, wenn das Gehirn die K\u00f6rpertemperatur h\u00f6her als normal einstellt. Dies wird durch Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien ausgel\u00f6st, denn Viren und Bakterien k\u00f6nnen Immunzellen dazu anregen, Fieber ausl\u00f6sende Stoffe zu bilden, sogenannte Pyrogene. Aber auch k\u00f6rpereigene Stoffe l\u00f6sen Fieber aus. Sie alle haben das Ziel, Krankheitserreger zu bek\u00e4mpfen. Die Kerntemperatur wird kurzfristig nach oben korrigiert und der K\u00f6rper macht alles, um diese zu erreichen. Der Hypothalamus gibt also den Befehl, den \u201eIst-Wert&#8220; an den neuen \u201eSoll-Wert&#8220; anzupassen und den K\u00f6rper \u201eaufzuheizen&#8220;. Ein stark erhitzter K\u00f6rper hat eine bessere Durchblutung und folglich kommen die Abwehrzellen schneller dorthin, wo sie gebraucht werden. Gleichzeitig ziehen sich die peripheren Blutgef\u00e4sse zusammen, so dass die W\u00e4rmeabgabe gedrosselt wird. Das verhindert, dass W\u00e4rme \u00fcber die Haut verloren geht. Krankheitserreger k\u00f6nnen sich bei h\u00f6heren Temperaturen n\u00e4mlich nicht gut vermehren. Nach erfolgreicher Bek\u00e4mpfung des Erregers wird die Soll-Temperatur wieder auf 37 Grad Celsius heruntergeschraubt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gewusst? <\/strong>Bei kleinen Kindern funktioniert die Temperaturregelung noch nicht einwandfrei. Auch schwitzen sie bei W\u00e4rme weniger und reagieren deshalb schneller mit <a href=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/fieber-bei-kindern-richtig-einschaetzen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"\">Fieber<\/a>. Babys und j\u00fcngere Kinder haben eine h\u00f6here K\u00f6rpertemperatur als \u00e4ltere Kinder. Das liegt daran, dass ihre K\u00f6rperoberfl\u00e4che im Verh\u00e4ltnis zu ihrem K\u00f6rpergewicht gr\u00f6sser und ihr Stoffwechsel aktiver ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei langanhaltendem und \/ oder hohem Fieber sind unsere Haus\u00e4rzte f\u00fcr Sie da. Buchen Sie einen Termin f\u00fcr sich oder auch f\u00fcr die ganz Kleinen hier: <a href=\"https:\/\/app.arzt-direkt.de\/praxisambahnhof\/booking?lang=de&amp;bsid=63bbd1baf829474cf925bc8a&amp;oat=63f26f0b6fced140aaf290b0\" title=\"\">Fiebersprechstunde<\/a>!<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der menschliche K\u00f6rper ist st\u00e4ndig damit besch\u00e4ftigt eine K\u00f6rpertemperatur von etwa 37 Grad Celsius aufrecht zu erhalten. Damit das klappt, reagiert er bei Hitze mit schwitzen und bei K\u00e4lte mit zittern. Aber warum sind gerade 37 Grad Celsius ideal? 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