{"id":2222,"date":"2019-08-30T08:00:18","date_gmt":"2019-08-30T08:00:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/?p=2222"},"modified":"2025-09-26T06:55:10","modified_gmt":"2025-09-26T06:55:10","slug":"schilddruesenunterfunktion-das-leichtgewicht-unter-den-autoimmunerkrankungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/schilddruesenunterfunktion-das-leichtgewicht-unter-den-autoimmunerkrankungen\/","title":{"rendered":"Schilddr\u00fcsenunterfunktion \u2013 das Leichtgewicht unter den Autoimmunerkrankungen"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Schilddru\u0308senunterfunktion-1024x683.jpeg\" alt=\"Bei Frauen wird eine Schilddr\u00fcsenunterfunktion h\u00e4ufig diagnostiziert.\" class=\"wp-image-2223\" srcset=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Schilddru\u0308senunterfunktion-1024x683.jpeg 1024w, https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Schilddru\u0308senunterfunktion-300x200.jpeg 300w, https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Schilddru\u0308senunterfunktion-768x512.jpeg 768w, https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Schilddru\u0308senunterfunktion-720x480.jpeg 720w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n<p><strong>Autoimmunerkrankungen sind immer eine schlechte Nachricht f\u00fcr den Betroffenen. Denn meist bedeutet dies eine chronische, lebenslange Erkrankung, die je nach dem besser oder schlechter in den Griff zu bekommen ist. Die Schilddr\u00fcsenunterfunktion, worunter 1% der Bev\u00f6lkerung leidet, ist dabei sehr einfach zu behandeln.<\/strong><\/p>\n<h2>Das Schmetterlingsorgan \u2013 klein aber mit grosser Wirkung<\/h2>\n<p>Die Schilddr\u00fcse liegt unterhalb des Kehlkopfes und sieht mit ihren zwei Fl\u00fcgeln aus wie ein Schmetterling. Sie sch\u00fcttet zwei Hormone aus, Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Diese steuern fast unseren gesamten Stoffwechsel. Sie beeinflussen vor allem die folgenden Vorg\u00e4nge im K\u00f6rper: Energiestoffwechsel und K\u00f6rpergewicht<\/p>\n<ul>\n<li>Herzaktivit\u00e4t und Blutdruck<\/li>\n<li>Gehirnaktivit\u00e4t<\/li>\n<li>Muskelstoffwechsel<\/li>\n<li>Darmt\u00e4tigkeit und Verdauung<\/li>\n<li>Wachstum und Reifung von Kindern und F\u00f6ten im Mutterleib<\/li>\n<\/ul>\n<p>Damit diese Hormone produziert werden, braucht die Schilddr\u00fcse einen Befehl aus dem Hirn, genauer gesagt aus der Hirnanhangsdr\u00fcse. Sie kontrolliert, ob im Blut genug Schilddr\u00fcsenhormone vorhanden sind und kurbelt diese an oder drosselt sie. Dies findet \u00fcber ein weiteres Hormon das <strong>Thyreoidea stimulierendes Hormon (TSH)<\/strong> statt.<\/p>\n<p>Das TSH ist wie ein Gashebel bei einem Auto. Soll das Auto schneller fahren, das heisst mehr T4 und T3 aussch\u00fctten, dr\u00fcckt das TSH auf die Tube. Soll die Fahrt langsamer werden, nimmt das TSH den Fuss vom Gashebel.<\/p>\n<h2>Gewichtszunahme ohne Grund und st\u00e4ndig m\u00fcde: Symptome der Schilddr\u00fcsenunterfunktion<\/h2>\n<p>Eine Schilddr\u00fcsenunterfunktion entwickelt sich oft schleichend. Eines der h\u00e4ufigsten Symptome ist eine verminderte Leistungsf\u00e4higkeit und damit einhergehendes h\u00e4ufigeres Schlafbed\u00fcrfnis. Damit kann die Krankheit die Lebensqualit\u00e4t massiv beeinflussen.<\/p>\n<p>Weitere m\u00f6gliche Symptome sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Gewichtszunahme ohne Ver\u00e4nderung der Essgewohnheiten<\/li>\n<li>Antriebsarmut<\/li>\n<li>Konzentrationsst\u00f6rungen<\/li>\n<li>K\u00e4lteempfindlichkeit<\/li>\n<li>Zyklusst\u00f6rungen bei der Frau<\/li>\n<li>k\u00fchle, trockene, schuppige, blassgelbe Haut<\/li>\n<li>br\u00fcchiges, strohiges Haar<\/li>\n<li>br\u00fcchige N\u00e4gel<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Symptome sind je nach Schweregrad der Unterfunktion und ob bereits eine chronische Entz\u00fcndung der Schilddr\u00fcse, eine sogenannte <strong>Hashimoto-Thyreoiditis<\/strong> vorliegt, sehr unterschiedlich ausgepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Frauen haben ein deutlich h\u00f6heres Risiko daran zu erkranken als M\u00e4nner.<\/p>\n<h2>Das Wertechaos f\u00fcr Laien: Diagnose der Schilddr\u00fcsenunterfunktion<\/h2>\n<p>Diagnostiziert wird die Schilddr\u00fcsenunterfunktion \u00fcber die Werte T3 und T4 vor allem aber \u00fcber das TSH. Wenn das TSH erh\u00f6ht ist, besteht ein Verdacht auf die Krankheit.<\/p>\n<p>Warum aber ist der Wert, der auf die Unterfunktion hindeutet, erh\u00f6ht? Dies liegt eben daran, dass die Hirnanhangsdr\u00fcse wie ein Gaspedal funktioniert und vermehrt TSH aussch\u00fcttet, um die Schilddr\u00fcse zur Produktion von T3 und T4 anzuregen.<\/p>\n<p>Wenn sich heute jemand mit anhaltender M\u00fcdigkeit oder einer depressiven Verstimmung an den Arzt wendet, wird in aller Regel eine Blutentnahme und ein Labor verordnet. Dabei werden verschiedene Werte unter anderem Eisen, Vitamin B oder D und eben das TSH kontrolliert. In diesem Zuge entdeckt man die Krankheit.<\/p>\n<h2>Die Behandlung der Schilddr\u00fcsenunterfunktion: wenige Nebenwirkungen und h\u00e4ufig einfach in der Dosierung<\/h2>\n<p>Um dem K\u00f6rper wieder gen\u00fcgend Schilddr\u00fcsenhormone zuzuf\u00fchren, wird die fehlende Produktion durch eine Einnahme des Hormons in Tablettenform ersetzt. Dadurch befindet die Hirnanhangsdr\u00fcse bei ihrem Check durch den K\u00f6rper wieder: Alles in Ordnung! Daraufhin senkt sie das TSH und der Patient kann wieder durchatmen.<\/p>\n<p>Es muss jedoch bei der Einnahme genau auf die Dosierung geachtet werden. Eine zu hohe Dosis kann rasch zu einer Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion f\u00fchren. Deshalb ist eine gute Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient und eine anfangs h\u00e4ufigere Kontrolle der Werte wichtig. Ist die optimale Dosis einmal gefunden, bleiben die Werte meist konstant und eine halbj\u00e4hrliche oder j\u00e4hrliche Kontrolle gen\u00fcgt.<\/p>\n<p>Weil das Medikament ein k\u00f6rpereigenes Hormon ist, treten in der Regel wenige Nebenwirkungen auf und der Organismus wird nicht \u00fcberm\u00e4ssig belastet.<\/p>\n<p>Die meisten Patienten leben unter der Behandlung beschwerdefrei und merken von ihrer Krankheit eigentlich nichts. Deshalb ist die Schilddr\u00fcsenunterfunktion eine der am glimpflichst verlaufenden Autoimmunkrankheiten. Denn eine lebenslange Einnahme der Medikamente ist meist problemlos m\u00f6glich.<\/p>\n<h2>Der Kropf und jodiertes Salz \u2013 kleiner Exkurs in die Geschichte der Schilddr\u00fcsenerkrankungen<\/h2>\n<p>Die Schilddr\u00fcse kann sich bei einer Erkrankung extrem vergr\u00f6ssern. Sie kann so gross wie ein Tennisball oder gr\u00f6sser werden und ist deshalb am Hals sichtbar. Dieses Krankheitsbild nennt man Kropf. Fr\u00fcher waren Kr\u00f6pfe ein g\u00e4ngiges Leiden in den Schweizer Arztpraxen, vor allem in den Bergregionen. Der Grund daf\u00fcr ist Jod. Das Spurenelement ist sehr wichtig f\u00fcr die Schilddr\u00fcse, um richtig zu funktionieren.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlicherweise kommt Jod vor allem in Meeresfischen und \u2013algen vor. Deshalb gab es den Kropf unter der Bev\u00f6lkerung, die in Meeresn\u00e4he lebte eigentlich nie. Die Schweizer Bergbewohner, deren Speiseplan wenig abwechslungs- und teilweise entbehrungsreich war, litten oft unter Jodmangel. Die Schilddr\u00fcse konnte darum nicht gen\u00fcgend Hormon produzieren, der \u00abGashebel das TSH\u00bb war immer aktiv und es entstand eine Unterfunktion. Die Schilddr\u00fcse wurde gr\u00f6sser und gr\u00f6sser und dies f\u00fchrte letztlich zum Kropf.<\/p>\n<p>Erkannt hat man diesen Zusammenhang bereits im 19. Jahrhundert. Ab den 1920er Jahren begannen die Beh\u00f6rden unser Salz mit Jod anzureichern und merzten so den Kropf nahezu aus. Deshalb steht heute in den meisten K\u00fcchenschr\u00e4nken jodiertes Speisesalz.<\/p>\n<h2>Wenden Sie sich an uns<\/h2>\n<p>Wenn Sie unter einem der oben genannten Symptome leiden und denken der Ursprung k\u00f6nnte eine Schilddr\u00fcsenerkrankung sein, wenden Sie sich an unsere \u00c4rzte der Allgemein Inneren Medizin und buchen Sie Ihren <a href=\"https:\/\/app.arzt-direkt.de\/praxisambahnhof\/booking?lang=de&amp;bsid=63bbd1baf829474cf925bc8a&amp;oat=63f26eec6fced140aaf286b4,63f26ef46fced140aaf28978,63f26ef86fced140aaf28a94,63f26efa6fced140aaf28b96,63f26efd6fced140aaf28c32,63f26efe6fced140aaf28c88,63f26f006fced140aaf28d25,63f26f026fced140aaf28d95,63f26f036fced140aaf28dfa,6473040685fd39b1d623cc8c,6473522e85fd39b1d65de176,647352ae85fd39b1d65e44c2,64b0cbe218a905e2d344438a,652ac1da06622e78f3e8fd74,65302d6a06622e78f3767323,659aa06f80039ff322e2fea5,659aa08e80039ff322e305f2,659aa0af80039ff322e30cf5,659aa0cd80039ff322e31442,659aa0e880039ff322e31aeb,6636894c97a7415b6ae07f14,667082265e93e6511e7e8577,667be8a3ee12707f34db1587\">Termin<\/a> direkt hier.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/de\/fachgebiete\/allgemeine-medizin\">Zur allgemeinen Medizin\u00a0<\/a><\/p>\n<p>Wenn Sie spezifische Fragen zu Schilddr\u00fcsenerkrankungen haben, vereinbaren Sie einen Termin mit Dr. med. Doris Keller.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/team\/aerzte\/doris-keller\/\">Zur Profilseite von Dr. med. Doris Keller\u00a0<\/a><\/p>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autoimmunerkrankungen sind immer eine schlechte Nachricht f\u00fcr den Betroffenen. Denn meist bedeutet dies eine chronische, lebenslange Erkrankung, die je nach dem besser oder schlechter in den Griff zu bekommen ist. Die Schilddr\u00fcsenunterfunktion, worunter 1% der Bev\u00f6lkerung leidet, ist dabei sehr einfach zu behandeln. Das Schmetterlingsorgan \u2013 klein aber mit grosser<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2223,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[193],"tags":[299,298,334,235,297],"projects_api":[343,344,345],"class_list":["post-2222","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-krankheit-und-medizin","tag-autoimmunerkrankung","tag-frauenkrankheit","tag-hashimoto","tag-haeufige-krankheit","tag-hormone","projects_api-praxisambahnhof","projects_api-praxisbaech","projects_api-praxisimquartier"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2222","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2222"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2222\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3589,"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2222\/revisions\/3589"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2223"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2222"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2222"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2222"},{"taxonomy":"projects_api","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/projects_api?post=2222"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}