{"id":2204,"date":"2019-08-08T07:22:25","date_gmt":"2019-08-08T07:22:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/?p=2204"},"modified":"2023-12-14T09:04:47","modified_gmt":"2023-12-14T09:04:47","slug":"so-geht-man-gratis-zum-arzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/so-geht-man-gratis-zum-arzt\/","title":{"rendered":"Missbrauch der Krankenkassenkarte \u2013 so geht man gratis zum Arzt!"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-2212\" src=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Krankenkassenkarte_Missbrauch_PraxisamBahnhof-1024x680.jpeg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"425\" srcset=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Krankenkassenkarte_Missbrauch_PraxisamBahnhof-1024x680.jpeg 1024w, https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Krankenkassenkarte_Missbrauch_PraxisamBahnhof-300x199.jpeg 300w, https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Krankenkassenkarte_Missbrauch_PraxisamBahnhof-768x510.jpeg 768w, https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Krankenkassenkarte_Missbrauch_PraxisamBahnhof-720x478.jpeg 720w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p><strong>Innerhalb kurzer Zeit missbraucht ein Mann zwei Mal die Krankenkassenkarte der Ehefrau, damit sich seine Freundinnen in der Hausarztpraxis \u00e4rztlich untersuchen und behandeln lassen k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<p>Die Methoden von Kartenbetr\u00fcgern sind meist simpel: Mehrere nicht Versicherte nutzen beispielsweise gemeinsam eine Krankenkassenkarte oder es reisen aus dem Ausland Patienten an, die sich mit einer Karte von Verwandten oder Bekannten in einer Arztpraxis behandeln lassen. Ein \u00e4hnlicher Fall ereignete sich k\u00fcrzlich in der Praxis am Bahnhof in R\u00fcti ZH.<\/p>\n<h2>Eine Karte \u2013 mehrere Patienten<\/h2>\n<p>Im November 2018 kommt Ali K.* in die Praxis am Bahnhof. Eine Frau begleitet ihn. Er stellt sie als seine Ehefrau vor und h\u00e4ndigt der medizinischen Praxisassistentin am Empfang die Krankenkassenkarte aus. Die Frau klagt \u00fcber eine Erk\u00e4ltung. Sie wird behandelt. Die Krankenkasse schickt die Rechnung \u00fcber die Behandlungskosten an Selma K.*, die Ehefrau von Ali K. Diese wundert sich \u00fcber die erhaltene Rechnung, denn seit \u00fcber einem Jahr war sie nicht mehr beim Arzt. Sie geht von einer Verwechslung aus und meldet sich bei ihrer Krankenkasse, die den Vorfall umgehend mit der Praxis am Bahnhof bespricht. Ein erster Betrugsverdacht kommt auf und best\u00e4tigt sich, als Selma K. die Praxis am Bahnhof aufsucht. Die damals behandelnde \u00c4rztin erkennt sofort, dass es sich bei ihr um eine andere Person handelt. Die Rechnung wird storniert und die Praxis am Bahnhof wie auch die Krankenkasse bleiben auf dem offenen Rechnungsbetrag sitzen. Die Betr\u00fcgerin, welche sich als Ehefrau von Ali K. ausgegeben hat, ist aufgrund fehlender Daten nicht kontaktierbar und kann somit nicht zur Rechenschaft gezogen werden.<\/p>\n<p>Einige Monate sp\u00e4ter kommt Selma K. unter Bauchschmerzen in die Praxis am Bahnhof. Sie wird vom hausinternen Gyn\u00e4kologen untersucht. Nur wenige Tage sp\u00e4ter besucht auch Ali K. die Praxis. Erneut begleitet ihn eine Frau, die er wiederum als seine Ehefrau vorstellt. Sie f\u00fchlt sich nicht wohl. Dr. Kranenburg ermittelt die Krankengeschichte und stellt fest, dass die Frau offensichtlich nichts vom k\u00fcrzlich stattgefundenen Besuch beim Gyn\u00e4kologen weiss. An diesem Punkt stutzt die \u00c4rztin. In der Patientenakte ist klar und deutlich eine gyn\u00e4kologische Behandlung vermerkt. Um dem Leiden der Frau trotzdem auf den Grund zu gehen, macht Dr. Kranenburg eine Laboruntersuchung und schickt die Proben ins Laboratorium. Nachdem das Paar die Praxis verlassen hat, meldet sie den Vorfall der Gesch\u00e4ftsleitung und bespricht den Verdacht mit <a href=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/team\/aerzte\/christoph-zeller\/\">Dr. Zeller<\/a>, dem leitenden Arzt. Er will der Sache unter allen Umst\u00e4nden nachgehen. Bei der gemeinsamen Besprechung der Laborwerte drei Tage nach dem Untersuch spricht Dr. Kranenburg Ali K. auf die Unstimmigkeiten in der Krankengeschichte seiner Ehefrau an. Obwohl Ali K. ein aggressives Verhalten nachgesagt wird, reagiert er gelassen. Ein Besuch beim Gyn\u00e4kologen sei ihm nicht bekannt. Um sich vollst\u00e4ndige Klarheit \u00fcber die Identit\u00e4t der beiden zu verschaffen, bittet Dr. Kranenburg darum, die Personalausweise zu sehen. Trotz sprachbedingten Verst\u00e4ndigungsproblemen macht Ali K. klar, dass das Paar die Ausweispapiere nicht bei sich hat. Er bietet an, diese im Auto zu holen und verl\u00e4sst die Praxis. Weder Ali K. noch seine Begleitung sind je wieder in der Praxis erschienen.<\/p>\n<h2>Zwei Vergehen innerhalb kurzer Zeit<\/h2>\n<p>Auch nach diesem Vorfall verzeichnen die Praxis am Bahnhof sowie das Laboratorium Verluste. Denn auch diese Rechnung muss storniert werden. Um die entstandenen Aufw\u00e4nde zu decken, entscheidet sich die Praxis am Bahnhof Ali K. eine Privatrechnung per Einschreiben zuzusenden. Er hat den Brief nie auf der entsprechenden Poststelle abgeholt. Ob es sich beim zweiten Fall um die gleiche Person handelt wie beim Ersten oder es zwei verschiedene Frauen sind, die Ali K. als vermeintliche Ehefrau vorstellte, ist unklar.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><em>\u00abEin Foto f\u00fcr die Patientenkartei kann Missbrauch der Krankenkassenkarte zu 100% ausschliessen.\u00bb<\/em><\/h3>\n<h2>Schutzmassnahmen<\/h2>\n<p>Die Praxis am Bahnhof konzentriert sich auf folgende L\u00f6sung: Wann immer m\u00f6glich und vom Patienten ausdr\u00fccklich erlaubt, macht die medizinische Praxisassistentin direkt am Empfang ein Foto f\u00fcr die Krankenakte. So schliesst man einen Missbrauch der Krankenkassenkarte zu 100% aus. Ein weiterer Vorteil ist, dass \u00c4rzte ihre Patienten besser erkennen und auch pers\u00f6nlicher ansprechen k\u00f6nnen. Bei Verdachtsf\u00e4llen ist es denkbar das Geburtsdatum zu erfragen oder den Personalausweis zu verlangen. Liegt ein Betrugsfall vor, macht die Praxis am Bahnhof Meldung an die Krankenkasse oder andere involvierte Stellen. Gegebenenfalls schalten diese ihre Anw\u00e4lte ein. Da Arztrechnungen, die Leistungen aus der obligatorischen Grundversicherung aufweisen, in der Regel von den Krankenkassen bezahlt werden, hat die Praxis am Bahnhof keinerlei M\u00f6glichkeit Betr\u00fcger direkt anzuzeigen. Dies kann lediglich die Krankenkasse selber sowie die betrogene Person. Die <a href=\"http:\/\/www.praxisambahnhof.ch\">Praxis am Bahnhof<\/a> steht aber als Zeugin zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Selma K. macht aus verschiedenen Gr\u00fcnden keine Anzeige gegen ihren Mann. Es bleibt zu hoffen, dass es ihr den Umst\u00e4nden entsprechend gut geht. Die Polizei ist \u00fcber die Vorf\u00e4lle informiert.<\/p>\n<p><strong>*Namen und Daten ge\u00e4ndert<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Innerhalb kurzer Zeit missbraucht ein Mann zwei Mal die Krankenkassenkarte der Ehefrau, damit sich seine Freundinnen in der Hausarztpraxis \u00e4rztlich untersuchen und behandeln lassen k\u00f6nnen. 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