{"id":1891,"date":"2018-05-31T14:42:19","date_gmt":"2018-05-31T14:42:19","guid":{"rendered":"http:\/\/praxisambahnhof.ch\/blog\/?p=1891"},"modified":"2023-03-13T05:51:06","modified_gmt":"2023-03-13T05:51:06","slug":"suchterkrankungen-in-der-hausarztpraxis-behandeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/suchterkrankungen-in-der-hausarztpraxis-behandeln\/","title":{"rendered":"Suchterkrankungen in der Hausarztpraxis behandeln"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1892 aligncenter\" src=\"http:\/\/praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Fotolia_179544748_S.jpg\" alt=\"Entgiftung bei Suchtkrankheiten\" width=\"850\" height=\"565\" srcset=\"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Fotolia_179544748_S.jpg 850w, https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Fotolia_179544748_S-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Fotolia_179544748_S-768x510.jpg 768w, https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Fotolia_179544748_S-720x479.jpg 720w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><\/p>\n<p>Suchterkrankungen sind in der Bev\u00f6lkerung weit verbreitet. Entsprechend oft kommen Patienten mit Suchterkrankungen auch in die Hausarztpraxis. Unser angehender Facharzt f\u00fcr Psychiatrie, Oliver Matthes, hat deshalb einen Vortrag zum Thema \u201eSuchtpatienten in der Praxis\u201c gehalten. Den Inhalt stellen wir Ihnen hier vor.<\/p>\n<h2>Gesp\u00fcr gefragt<\/h2>\n<p>Im Jahr 2012 haben 17.4 % der m\u00e4nnlichen Schweizer Bev\u00f6lkerung t\u00e4glich Alkohol konsumiert; 28 % der Schweizerinnen und Schweizer sind Raucherinnen und Raucher. Die Folgekosten f\u00fcr die Gesellschaft aufgrund von Alkoholkonsum belaufen sich auf \u00fcber 4 Milliarden CHF j\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>Da der Anteil der Suchtbetroffenen in der Bev\u00f6lkerung hoch ist, sitzen viele von ihnen irgendwann im Behandlungszimmer eines Hausarztes. Dadurch erh\u00e4lt dieser die M\u00f6glichkeit, Hinweise f\u00fcr Suchterkrankungen zu erkennen und anzusprechen. Dabei ist einiges Gesp\u00fcr gefragt: es braucht ein Vertrauensverh\u00e4ltnis, welches offenes Nachfragen und den Aufbau einer Motivation zur Behandlung erm\u00f6glicht.<\/p>\n<h2>Suchtkrankheiten sind behandelbar<\/h2>\n<p>Suchtkrankheiten sind \u00fcberwindbar. Wissenschaftlich gest\u00fctzte Behandlungen erreichen sehr gute Ergebnisse. Oliver Matthes hat die drei h\u00e4ufigsten \u2013 die Abh\u00e4ngigkeiten von Alkohol, Tabak sowie Schlaf- und Beruhigungsmedikamenten \u2013 in seinem Vortrag erl\u00e4utert.<\/p>\n<h2>Alkohol<\/h2>\n<p>Hat sich der Patient &#8211; gemeinsam mit dem Arzt &#8211; f\u00fcr eine Behandlung entschieden, ist ein Alkoholentzug der erste Schritt.<\/p>\n<h3>Schritt 1: Die k\u00f6rperliche Entgiftung<\/h3>\n<p>Es ist in vielen F\u00e4llen m\u00f6glich, einen Alkoholentzug in der Hausarztpraxis durchzuf\u00fchren.&nbsp;Um die k\u00f6rperlichen und psychischen Entzugserscheinungen im Alkoholentzug zu behandeln und das Risiko von Komplikationen herabzusetzen, werden gezielt Medikamente eingesetzt.<\/p>\n<p>Eine enge Begleitung in dieser ersten Phase ist wichtig. Dabei kommt die Patientin \/ der Patient zu Beginn meist t\u00e4glich in die Praxis, um den Entzug zu \u00fcberwachen und die Behandlung anzupassen.<\/p>\n<h3>Schritt 2: Das R\u00fcckfallrisiko minimieren<\/h3>\n<p>Wenn die Entgiftung abgeschlossen ist, werden die eingesetzten Medikamente schrittweise ausgeschlichen.&nbsp;Um w\u00e4hrend der anschliessenden Wochen bis Monate das R\u00fcckfallrisiko zu senken, werden h\u00e4ufig Medikamente eingesetzt, die das Verlangen nach Alkoholkonsum senken.<\/p>\n<p>Eine begleitende psychotherapeutische Behandlung kann das Risiko f\u00fcr einen R\u00fcckfall senken und zur Bew\u00e4ltigung der Sucht beitragen.<\/p>\n<h2>Tabak<\/h2>\n<p>F\u00fcr einen \u00e4rztlich unterst\u00fctzten Rauchstopp stehen heutzutage zahlreiche wissenschaftlich fundierte Therapiem\u00f6glichkeiten zur Verf\u00fcgung. Das sind zum einen die klassischen Nikotinersatz-Pr\u00e4parate in Form von Pflastern, Sprays oder Kaugummi. Zum anderen gibt es moderne Therapien mit Medikamenten, die den Wunsch nach Zigarettenkonsum reduzieren. Dar\u00fcber hinaus kann der Arzt auf spezialisierte Angebote wie Rauchstoppgruppen verweisen.<\/p>\n<p>Die Behandlung dauert meist einige Wochen. Je l\u00e4nger jemand nicht mehr raucht, desto h\u00f6her ist die Chance, dass dies auch so bleibt.<\/p>\n<h2>Medikamente<\/h2>\n<p>Die Abh\u00e4ngigkeit von Schlaf- und Beruhigungsmitteln beginnt meist im Behandlungszimmer des Arztes. Deshalb ist es wichtig, Medikamente so abzugeben, dass es gar nicht erst zu einer Abh\u00e4ngigkeit kommt.<\/p>\n<p>Wir wenden deshalb in unserer Praxis, wenn immer m\u00f6glich \u201eDie 4-K-Regel\u201c an:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>K<\/strong>lare Indikation (also einen klaren Grund f\u00fcr die Behandlung, z. B. eine akute Krise)<\/li>\n<li><strong>K<\/strong>leine Dosis (idealerweise nicht nach Bedarf, sondern als feste Abgabedosis)<\/li>\n<li><strong>K<\/strong>urze Anwendung (max. 4 Wochen)<\/li>\n<li><strong>K<\/strong>ein abruptes Absetzen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Falls nach l\u00e4ngerer Anwendung von Schlaf- und Beruhigungsmitteln eine Abh\u00e4ngigkeit besteht, ist ein Entzug dringend zu empfehlen. Der l\u00e4ngerfristige Konsum kann sch\u00e4dliche Auswirkungen haben und die gilt es zu verhindern. Dabei wird die Dosis des Medikaments \u00e4rztlich begleitet so lange in kleinen Schritten reduziert, bis ein Absetzen m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Begleitend kann eine Psychotherapie oder eine Behandlung mit Medikamenten, die nicht abh\u00e4ngig machen, sinnvoll sein.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Die Behandlung von Abh\u00e4ngigkeitserkrankungen ist in vielen F\u00e4llen in der Hausarztpraxis m\u00f6glich und bedarf keines Klinikaufenthaltes. So kann die Patientin \/ der Patient ihren oder seinen (Berufs-)Alltag fortsetzen. Eine Behandlung lohnt sich in jedem Fall. Und: es ist nie zu sp\u00e4t daf\u00fcr!<\/p>\n<p>Leiden Sie unter einer Sucht? Melden Sie sich bei uns, wir helfen Ihnen bei Ihren&nbsp;Schritten in Richtung Suchtfreiheit!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Suchterkrankungen sind in der Bev\u00f6lkerung weit verbreitet. Entsprechend oft kommen Patienten mit Suchterkrankungen auch in die Hausarztpraxis. Unser angehender Facharzt f\u00fcr Psychiatrie, Oliver Matthes, hat deshalb einen Vortrag zum Thema \u201eSuchtpatienten in der Praxis\u201c gehalten. Den Inhalt stellen wir Ihnen hier vor. Gesp\u00fcr gefragt Im Jahr 2012 haben 17.4 %<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1892,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[193],"tags":[283,247,235,224,244,291,252,379],"projects_api":[343,344,345],"class_list":["post-1891","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-krankheit-und-medizin","tag-arzt-patienten-beziehung","tag-gesundheit","tag-haeufige-krankheit","tag-hausarzt","tag-krankheit","tag-medikamente","tag-psychotherapie","tag-suchterkrankung","projects_api-praxisambahnhof","projects_api-praxisbaech","projects_api-praxisimquartier"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1891","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1891"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1891\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2512,"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1891\/revisions\/2512"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1892"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1891"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1891"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1891"},{"taxonomy":"projects_api","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.praxisambahnhof.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/projects_api?post=1891"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}